
Ein Willkommensgruß in den Straßen der Stadt
Zu Beginn eine kurze Einführung in die Geschichte
Berberische Ursprünge: Die Geschichte Marokkos beginnt mit den Berbern, den indigenen Völkern Nordafrikas. Sie lebten bereits in prähistorischen Zeiten in der Region, und es gibt Hinweise auf menschliche Besiedlung, die bis in die Altsteinzeit zurückreichen.
Phönizier und Karthager: Ab dem 12. Jahrhundert v. Chr. gründeten die Phönizier Handelsstationen entlang der marokkanischen Küste. Später übernahmen die Karthager, eine phönizische Kolonie in Tunesien, diese Handelsplätze.
Römisches Reich: Im 2. Jahrhundert v. Chr. eroberte das Römische Reich Nordafrika, einschließlich Marokkos. Die Region wurde als Mauretania Tingitana bekannt und integrierte sich in das Römische Reich, obwohl das Hinterland weitgehend unberührt blieb.
Islamische Eroberung und Dynastien
Einführung des Islam: Im 7. Jahrhundert n. Chr. brachten arabische Eroberer den Islam nach Marokko. Die Berber nahmen den Islam an, was zur Entstehung einer islamischen Kultur und Gesellschaft führte.
Idrisiden-Dynastie (789–974): Idris I., ein Nachkomme des Propheten Mohammed, gründete die erste marokkanische Dynastie in Fès und etablierte die Stadt als ein Zentrum der islamischen Kultur und Bildung.
Almoraviden und Almohaden (11. und 12. Jahrhundert): Diese beiden Berberdynastien erweiterten das marokkanische Reich erheblich. Die Almoraviden dehnten ihre Herrschaft bis nach Spanien aus, während die Almohaden ein großes Reich von Marokko bis nach Libyen und Andalusien kontrollierten.
Marokkanische Sultanate und Kolonialzeit
Meriniden, Wattasiden und Saadier (13. bis 16. Jahrhundert): Verschiedene Dynastien wie die Meriniden und die Saadier regierten in dieser Zeit. Die Saadier, die im 16. Jahrhundert an die Macht kamen, verteidigten Marokko erfolgreich gegen portugiesische und osmanische Invasionen.
Alawiden-Dynastie (seit 17. Jahrhundert): Die Alawiden-Dynastie, die bis heute regiert, wurde im 17. Jahrhundert gegründet. Sie konsolidierten die Macht und bauten ein stabiles, zentrales Königreich auf.
Kolonialzeit: Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Marokko zwischen Frankreich und Spanien aufgeteilt. 1912 wurde das französische Protektorat Marokko offiziell etabliert, wobei Spanien die Kontrolle über kleinere Gebiete behielt. Sultan Mohammed V. spielte eine wichtige Rolle im Unabhängigkeitskampf, der 1956 zur Beendigung des Protektorats führte.
Moderne Zeit
Unabhängigkeit (1956): Nach der Unabhängigkeit wurde Mohammed V. König von Marokko. Sein Sohn, Hassan II., folgte ihm 1961 und regierte bis 1999. Er führte das Land durch eine Phase der Modernisierung, aber auch durch politische Spannungen und Konflikte, wie den Grünen Marsch 1975, bei dem Marokko die Kontrolle über die Westsahara beanspruchte.
21. Jahrhundert: Mohammed VI., der 1999 den Thron bestieg, leitete Reformen zur Modernisierung der Wirtschaft und zur Förderung der Menschenrechte ein. Trotz dieser Fortschritte bleiben Herausforderungen wie die Bekämpfung der Armut und die Lösung des Konflikts um die Westsahara bestehen.
Daneben beherbergt Marokko mehrere beeindruckende Wüstenlandschaften, die ein wichtiger Bestandteil der natürlichen und kulturellen Identität des Landes sind:
1. Sahara
- Ort: Südostmarokko
- Beschreibung: Der marokkanische Teil der Sahara umfasst beeindruckende Sanddünenfelder, insbesondere die Erg Chebbi-Dünen bei Merzouga und die Erg Chigaga-Dünen in der Nähe von M’Hamid. Die Sahara ist die größte und bekannteste Wüste der Welt.
- Hauptattraktionen: Kamelritte, Sandboarding, traditionelle Berberlager und sternenklare Nächte.
2. Erg Chebbi
- Ort: In der Nähe von Merzouga, im Osten Marokkos
- Beschreibung: Diese Dünen sind etwa 30 km lang und 5-10 km breit, mit einigen Dünen, die bis zu 150 Meter hoch sind. Erg Chebbi ist leicht zugänglich und bei Touristen sehr beliebt.
- Hauptattraktionen: Sonnenauf- und -untergänge über den Dünen, Kamelkarawanen, Berberkultur.
3. Erg Chigaga
- Ort: In der Nähe von M’Hamid, westlich von Zagora
- Beschreibung: Weniger besucht und schwerer zugänglich als Erg Chebbi, bieten die Erg Chigaga-Dünen ein authentischeres Wüstenerlebnis. Die Dünen erstrecken sich über 40 km und erreichen Höhen von bis zu 300 Metern.
- Hauptattraktionen: Abenteuerliche Offroad-Touren, Wildcampen, Ruhe und Abgeschiedenheit.
4. Hammada (Steinwüsten)
- Ort: Verschiedene Regionen in Südmarokko
- Beschreibung: Diese Wüsten bestehen hauptsächlich aus Fels- und Steinflächen mit wenig Sand. Sie sind weniger spektakulär als die Sanddünen, aber dennoch beeindruckend in ihrer Weite und Kargheit.
- Hauptattraktionen: Felszeichnungen, Wanderungen, geologische Formationen.
Anreise
Die gutvorbereitete Anreise klappte perfekt. Tobias mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Dortmund, Marlene, Lili und Fabian mit dem Auto von Essen und wir (Leida, Timo, Richarda und ich ) aus Menden schaffen, trotz Stau, die Anreise pünktlich. Auch die Kofferaufgabe brachte, trotz der strengen Regeln von Ryanair, keine Probleme, so dass wir noch eine Stunde Zeit vor dem Abflug zur Verfügung hatten.
Am Flughafen in Marakesch wurden wir dann vom bestellten Taxi abgeholt (ohne Kindersitz) , dass uns dann zu unserer Wohnung in die Altstadt, nur 10 Minuten vom Platz des Henkers, brachte.
Ankunft und Wohnung






Marrakesch ist eine faszinierende Stadt mit einer reichen Geschichte und Kultur. Marrakesch wurde im Jahr 1062 von Sultan Youssef bin Tachfine gegründet und war lange Zeit eine wichtige politische, wirtschaftliche und kulturelle Hauptstadt Marokkos. Die Medina von Marrakesch ist eine der bekanntesten der Welt und wurde 1985 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Sie ist ein Labyrinth aus engen Gassen, Märkten (Souks), historischen Moscheen und Palästen. Der zentrale Platz Djemaa el Fna ist das Herzstück der Stadt. Tagsüber ein lebhafter Markt und nachts ein Schauplatz für Musik, Tänze, Gaukler und Essensstände, die eine faszinierende Atmosphäre bieten.
Marrakesch ist bekannt für seine traditionelle Architektur, die sich in den historischen Gebäuden wie der Koutoubia-Moschee, dem Bahia-Palast und den Saadier-Gräbern zeigt. Die Stadt vereint verschiedene kulturelle Einflüsse, darunter Berber, Araber und Andalusier, die sich in der Architektur, der Kunst, der Musik und der Küche widerspiegeln. Marrakesch ist ein bedeutendes touristisches Zentrum in Marokko und zieht Besucher aus der ganzen Welt an, die die Märkte, historischen Sehenswürdigkeiten, Gärten wie die Majorelle-Gärten und das pulsierende städtische Leben erleben möchten.
Marrakesch liegt am Rande der Sahara und hat ein warmes, trockenes Klima. Die Sommer sind heiß mit Temperaturen über 40°C, während die Winter mild sind.
Daneben ist die Stadt ist bekannt für ihre Kunsthandwerksprodukte, darunter Teppiche, Keramik, Ledersachen und Schmuck, die auf in den Souks verkauft werden sowie die Filmfestspiele; Marrakesch ist Gastgeber der Marrakesch International Film Festival, das jährlich Filmemacher und Stars aus der ganzen Welt anzieht.





Der Palais de Bahia, oder Bahia-Palast, ist ein bedeutendes Bauwerk in Marrakesch, Marokko, das Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Seine Geschichte und Bedeutung spiegeln die politischen und kulturellen Entwicklungen Marokkos in dieser Zeit wider.
Geschichte
- Erbauung durch Si Moussa (1866-1874): Der Palast wurde von Si Moussa, dem Großwesir des Sultans Hassan I., begonnen. Si Moussa war ein einflussreicher Minister, und der Palast sollte seine Macht und seinen Reichtum widerspiegeln.
- Erweiterung durch Ba Ahmed (1894-1900): Nach dem Tod von Si Moussa setzte sein Sohn, Ba Ahmed, der ebenfalls Großwesir wurde, den Bau fort und erweiterte den Palast erheblich. Während seiner Regentschaft als Vormund des jungen Sultans Abd al-Aziz wurde der Palast weiter ausgebaut, um noch prächtiger und luxuriöser zu werden.
Bedeutung
- Symbol des Wohlstands und der Macht: Der Bahia-Palast war ein Ausdruck des Wohlstands und der Macht der marokkanischen Eliten im späten 19. Jahrhundert. Die aufwändige Architektur und die kunstvolle Gestaltung sollten den Einfluss und die Bedeutung der Bewohner unterstreichen.
- Architektonisches Meisterwerk: Der Palast ist ein herausragendes Beispiel für die marokkanische und islamische Architektur. Er zeichnet sich durch seine detailreiche Dekoration mit Zellij (Mosaikfliesen), geschnitztem Stuck und bemalten Holzdecken aus.
- Historischer Ort: Während der französischen Protektoratszeit in Marokko diente der Bahia-Palast als Residenz des französischen Generalresidenten. Dies unterstreicht seine Bedeutung als Machtzentrum sowohl vor als auch während der kolonialen Periode.
Architektonische Merkmale
- Höfe und Gärten: Der Palast ist bekannt für seine weitläufigen Höfe und Gärten, die mit Orangenbäumen, Springbrunnen und exotischen Pflanzen geschmückt sind.
- Räume und Säle: Mit seinen 150 Zimmern, darunter private Gemächer, Empfangsräume und Audienzsäle, bietet der Palast einen Einblick in das luxuriöse Leben der damaligen Zeit.
- Harem: Der Harem-Bereich, der die Konkubinen des Wesirs beherbergte, ist einer der prunkvollsten Teile des Palastes. Er umfasst private Zimmer, Bäder und einen eigenen Hof.
Heutige Bedeutung
Heute ist der Bahia-Palast eine der Hauptattraktionen von Marrakesch und ein beliebtes Touristenziel. Besucher können die reich verzierten Räume und die ruhigen Höfe erkunden und so einen Eindruck vom luxuriösen Lebensstil der historischen marokkanischen Elite gewinnen.
Kulturelle Bedeutung
Der Bahia-Palast ist nicht nur ein historisches Monument, sondern auch ein Zeugnis der marokkanischen Handwerkskunst und des architektonischen Erbes. Er repräsentiert die ästhetischen und kulturellen Werte seiner Zeit und bietet wertvolle Einblicke in die Geschichte und Kultur Marokkos.
Der Bahia-Palast bleibt ein wichtiges Symbol der marokkanischen Geschichte und Kultur, das sowohl die Pracht vergangener Zeiten als auch die Kunstfertigkeit und das Können der marokkanischen Handwerker würdigt.
Ein weiteres Highlight unseres Marakesch – Besuchs war die Besichtigung des Jardin Majorelle, oder auch Majorelle-Garten; es ist ein berühmter botanischer Garten. Er hat eine mehr als hundertjährige Geschichte und zieht viele Besucher an, so dass mann vorher online eine Ticket erwerben muss, um es besichtigen zu können.
Der Jardin Majorelle wurde vom französischen Künstler Jacques Majorelle in den 1920er und 1930er Jahren angelegt. Majorelle war ein Maler und Landschaftsgestalter, der den Garten als künstlerisches Werk schuf. Er gestaltete den Garten über mehrere Jahre hinweg mit einer Vielzahl von Pflanzenarten aus der ganzen Welt. Er nutzte lebhafte Farben, darunter das kräftige Blau, das heute als „Majorelle-Blau“ bekannt ist. In den 1980er Jahren erwarb der berühmte französische Modedesigner Yves Saint Laurent zusammen mit seinem Lebensgefährten Pierre Bergé den Garten. Sie restaurierten ihn und führten neue Pflanzenarten ein.
Heute ist der Jardin Majorelle eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Marrakesch. Besucher strömen herbei, um die exotischen Pflanzen, die künstlerischen Installationen und natürlich das Majorelle-Blau zu sehen. …und es hat einekulturelle Bedeutung: Der Garten ist nicht nur ein botanisches Juwel, sondern auch ein kulturelles Erbe. Das Majorelle-Blau wurde nach Jacques Majorelle benannt und ist zu einem Symbol für die Stadt Marrakesch geworden.
Innerhalb des Gartens befindet sich das Yves Saint Laurent Museum, das dem Leben und Werk des Modedesigners gewidmet ist. Dies macht den Jardin Majorelle zu einem kulturellen Zentrum in Marrakesch.
Zusammengefasst ist der Jardin Majorelle nicht nur ein Ort der Schönheit und Entspannung, sondern auch ein Ort mit einer reichen Geschichte, die Kunst, Natur und Kultur vereint.



Neben dem Jardin Majorelle haben wir auch das Gerberviertel besucht, bekannt als das Gerberviertel von Bab Debbagh; es ist eines der ältesten und traditionsreichsten Viertel der Stadt. Wir haben für ein paar Euro einen Führer gebucht, der uns zuerst mit Minzbüscheln versorgt hat, um gegen die starken Gerüche der Lederberbeitung gefeit zu sein.
Das Gerberviertel existiert seit der Gründung von Marrakesch im 11. Jahrhundert. Marrakesch wurde 1070 von den Almoraviden gegründet und entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Handelszentrum. Die Gerbereien wurden in der Nähe der Stadtmauern errichtet, insbesondere in der Nähe des Bab Debbagh (Gerbertor), einem der Tore der alten Medina.
Die Gerbereien von Marrakesch sind bekannt für ihre traditionellen Methoden zur Lederverarbeitung, die seit Jahrhunderten unverändert geblieben sind. Die Arbeit der Gerber ist physisch sehr anstrengend und erfolgt oft unter schwierigen Bedingungen, wobei natürliche Materialien wie Tierhäute, Kalk, Taubenkot und verschiedene Pflanzenfarbstoffe verwendet werden.
Während der französischen Kolonialzeit (1912-1956) blieben die traditionellen Handwerksbetriebe in der Medina weitgehend unverändert, da die französische Verwaltung das traditionelle Handwerk und die Kultur der Altstadt schätzte und förderte.
Aber auch heute spielen sie noch eine wichtige Rolle in der lokalen Wirtschaft von Marrakesch. Sie liefern hochwertiges Leder, das zu einer Vielzahl von Produkten wie Taschen, Schuhen, Kleidungsstücken und Accessoires verarbeitet wird. Das Leder aus Marrakesch ist aufgrund seiner Qualität und handwerklichen Verarbeitung weithin bekannt und wird sowohl lokal als auch international verkauft.
Des Weiteren ist es ein lebendiges Zeugnis der traditionellen marokkanischen Handwerkskunst. Es zieht Touristen an, die die jahrhundertealten Techniken der Lederverarbeitung erleben und mehr über die kulturellen Traditionen erfahren möchten. Die handwerkliche Arbeit der Gerber wird oft von Generation zu Generation weitergegeben, was zur Bewahrung und Weitergabe dieser traditionellen Fähigkeiten beiträgt.





